Mittwoch, 8. April 2020

Altonabloggt über das Totschweigen von Armut besonders durch Hubertus Heil

Sogar die FDP wäre sozialer, sagt sie

Quelle: altonabloggt

Ich übernehme diesen Text mal hier mit rein, in voller Länge.

Ich hoffe, Frau Hannemann ist mir deshalb nicht böse. Link setze ich natürlich dazu.

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Armut gibt es in der Coronakrise nicht

Kommentar
„Der Markt regelt alles“, so das Maxim des Neoliberalismus. Inzwischen kennen wir es alle: Gähnende Leere in manchen Regalen oder die günstigsten Artikel sind ausverkauft. In der Coronakrise zeigt sich, dass der Markt gar nix regelt. Der Markt würde es regeln, wenn alle Menschen unendlich viel Geld hätten, um die teuren Nudeln oder das Luxustoilettenpapier kaufen zu können. Dem Gutverdienenden in der Mittelschicht mag es nichts ausmachen, wenn er auf die teureren Produkte zurückgreifen muss. Menschen im Niedriglohn, im Mindestlohn, in der Altersarmut, Erwerbsunfähige mit einer Minirente oder im Sozialleistungsbezug sehen das anders. Das Geld ist immer knapp und die Situation verschärft sich signifikant in der derzeitigen Coronapandemie. Es bleibt nichts anderes übrig als auf die teureren Artikel zurückzugreifen oder ganz zu verzichten.
Diverse Petitionen fordern inzwischen einen Pandemiezuschlag bei Hartz IV oder in der Grundsicherung. Die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesarbeitsministerium unter der Herrschaft von Hubertus Heil (SPD) haben einen ganz anderen Blick darauf. Das Sozialministerium antwortet in einer Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen, dass die Hartz-IV-Regelsätze „grundsätzlich auskömmlich“ seien, da bei ihrer Ermittlung „die Aufwendungen für ein häusliches Mittagessen in voller Höhe eingeflossen sind“. „Wenn jetzt also mittags nicht mehr in Kita oder Schule, sondern daheim gegessen wird, war das als Standardfall immer berücksichtigt“, heißt es weiter. Damit macht das Sozialministerium deutlich, dass die verschärfte Situation durch die Schließung von Schulen und Kitas und damit das fehlende kostenlosen Mittagessen keine ist. In der Talkshow „hart aber fair“ vom 30. März lobt Heil die Tafeln und behauptet, dass „die Tafeln vielen Menschen das Leben sehr sehr einfach machen“. Die dazu zuvor gestellte eines Nutzers in den sozialen Medien auf den Hinweis, dass sehr viele Tafeln geschlossen sind und ob ein Hartz-IV-Zuschlag nicht möglich wäre, umgeht er, in dem er darüber nachdenken möchte, aber nichts versprechen kann.
Die kurz darauf erschienene aktuelle Weisung der Bundesagentur für Arbeit gibt allerdings die Antwort. Sie stellen klar, dass solch ein Mehrbedarf abzulehnen ist. Sie kreieren dafür sogar einen Textvorschlag für die Mitarbeiter*innen, der verwendet werden soll, wenn Leistungsberechtigte einen Mehrbedarf fordern. Bei Hartz IV sind aktuell 2,92 Euro pro Tag für das Essen von unter Sechsjährigen eingeplant, bei Älteren sind es 4,09 Euro. Da ist selbst die FDP sozialer, wenn sie eine generelle Anhebung von Hartz IV „in Höhe von 20 Prozent für Alleinerziehende und ihre Kinder und um 15 Prozent für Elternpaare und ihre Kinder“ gegenüber dem „Spiegel“ fordern.
Grotesk wird es, wenn wir den Empfehlungen einer vorrätigen Notfallvorsorge des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) folgen. Sie empfehlen 20 Liter Getränke und rund 15 Kilo Nahrung pro Person für zehn Tage. Hygienemittel und das Auffüllen der Hausapotheke sind hierbei unberücksichtigt.
„Wirtschaft first“ heißt es, wenn Milliardenpakete geschnürt werden, um Unternehmen zu bezuschussen oder Kredite abzusichern. Die Armen haben nichts davon. Sie gucken in die Röhre und machen ihren Unmut über die Sozialen Netzwerke kund. „Penetrante“ Kritiker*innen werden dann mal schnell von Hubertus Heil auf Twitter geblockt. Die Aussage von Heil bei „hart aber fair“, dass man ihn anschreiben solle, wird so zu einer Farce. Berechtigte Kritik oder Fragen sind nicht erwünscht. Vielmehr gilt es ganze Gruppen zu ignorieren und unsichtbar zu machen. Wer nicht gesehen wird, kann auch keinen Anspruch stellen. Somit zeigt sich in der Coronakrise, dass von Armut Betroffene keine Stimme haben und haben sollen. Wie sie durch Krisen kommen ist genauso irrelevant wie die seit 15 Jahren zu niedrigen Sozialleistungssätze. Die geforderte Solidarität durch die Bundesregierung ist in dem Fall eine Einbahnstraße und zeigt auf wem sie tatsächlich gilt.
Der regierungspolitischen Ignoranz kann und muss perspektivisch politisch und pragmatisch begegnet werden. Gesetzlich zu prüfen ist unbedingt, ob der Mehrbedarf nach § 21 SGB II in Fällen von Pandemien und Katastrophen ausgeweitet werden kann und muss. Bisher wurde diese Möglichkeit weder geprüft noch gesetzlich verankert. Unser Grundgesetz gibt in Artikel 3 (Absatz 1) vor, dass „alle Menschen vor dem Gesetz gleich“ sind. Es gibt keinen Unterschied zwischen gleich und gleich. Wo muss DIE LINKE. ansetzen? Solidarisch-ehrenamtliche Hilfe durch Privatinitiativen, durch Nachbarschaftshilfen und durch eine linke Politik vor Ort setzt da an, wo staatliche Hilfen versagen. Als Die Linke. ist es unsere Aufgabe bereits bestehende Netzwerke von Hilfen fortzusetzen und / oder aufzubauen.
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LG
Renate
 

Sozialberatung Kiel über die Widersinnigkeiten des Jobcenters in Sachen Wohnung

Sowieso immer und ganz speziell jetzt zu Zeiten der Corona-Pandemie


Mehr findet Ihr im Link unten:


LG
Renate

Sozialberatung Kiel zu rechtlich relevanten neuen Corona-Regelungen der Jobcenter

Ich verlinke das einfach mal, ist sehr viel zu lesen, aber vielleicht braucht es jemand


LG
Renate


Altonabloggt zur aktuellen Ausnahmesituation bei den Jobcentern

Genaues findet Ihr im Link


Ist viel dabei, das wirklich interessant ist momentan.


LG
Renate
 

Montag, 6. April 2020

Verschiedene Petitionen und Infos zu mehr Hartz IV wegen der Coronakrise

Habe da mal alles zusammengesucht, was ich darüber gefunden habe



Oben ein paar Infos zum Thema.

Unten die erste der beiden Petionen, die andere hat aber wohl schon mehr Unterschriften zusammen als diese.


Der Text der Diakonie zum Thema:


Und das unten ist die andere Petion, die schon mehr unterschriften zusammen hat .. geht auf 25.000 los jetzt, wo ich es aufgemacht habe. Die werde ich unterschreiben.


LG
Renate
 

Das hat gerade jemand bei Preetzbook gefunden wegen Corona, Familie, Schleswig-Holstein

Ich übernehme das einfach mal


Ist sehr ausführlich.

Thomas Hohnsbeen Hier einmal die Ausführung vom MP Günther Landesregierung S.-H.

Vorab: Ein Besuch der Kinder mit z.B. den Eltern bei der Oma (drei+x Haushalte) ist also möglich (wenn es vertretbar ist - das müssen die einzelnen Parteien selber entscheiden)

Vorsicht länger Text....

Ministerpräsident Daniel Günther hat die Schleswig-Holsteiner aufgerufen, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die geltenden weitgehenden Kontaktsperren auch über Ostern einzuhalten. Viele Bürger sind aber verunsichert: Gilt das auch für Eltern, Geschwister oder Partner? Fragen und Antworten zum Besuchsrecht.

Welche Familienmitglieder aus anderen Bundesländern dürfen ihre Verwandten in SH besuchen und welche nicht? Werden Lebenspartner dabei als Familie anerkannt?

Die Kontakte zu anderen Personen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Grundsätzlich ist ein Besuch anderer Familienmitglieder (zum Beispiel Eltern, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartner) nicht untersagt. Unabhängig davon gilt aber auch für Familienbesuche die dringende Bitte, dass die Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sind. Das gilt umso mehr, wenn Risikogruppen betroffen sind, also beispielsweise Großeltern. Jeder Besuch sollte sorgsam abgewogen werden und Besuche nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Kann zum Beispiel eine Schwester aus Niedersachsen zu Ostern ihre Schwester in Schleswig-Holstein besuchen, und dürfen die beiden dann zusammen Ausflüge machen?

Ja, der Besuch ist erlaubt. Auch der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Ausflüge sind erlaubt, allerdings würden groß angelegte Ausflüge an die Nord- und Ostsee die Bemühungen der Landesregierung unterlaufen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 zu verlangsamen. Daher sind Ausflüge wie Spaziergänge möglichst auf das nähere Umfeld zu beschränken. Kontakte zu anderen Personen sind dabei ausdrücklich auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren und, wo immer möglich, ist ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

Wie sieht es in Schleswig-Holstein mit Besuchen eines getrennt lebenden Elternteils bei seinen Kindern aus?

Auch solche Besuche sind nicht grundsätzlich verboten, sollte aber sorgsam abgewogen und möglichst auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Brauche ich einen besonderen Grund für den Besuch?

Ein besonderer Grund muss nicht zwingend nachgewiesen werden. Trotzdem sollten zwingende Gründe vorliegen.
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LG
Renate
 

Sonntag, 5. April 2020

Coronazeit, nun auch noch Bußgelder und der aktuelle Wahnsinn um uns rum

Einfach mal ein paar Gedanken zu dem, was man alles so erlebt


Schutzmarken sollen andere schützen, nicht einen selbst .. wobei wenn das keine echten sind, würde auch ein Tuch reichen, das man sich dann mal um Mund und Nase wickelt.

Ich kriege schlecht Luft, sowieso, ob es so noch krasser wäre, keine Ahnung. Ausprobiert habe ich es bisher nicht. Die meisten Menschen in meinem Umfeld gehen sich zwar wie vorgeschrieben aus dem Weg, aber laufen nicht mit Schutzmasken im Gesicht rum.

Aber wenn man sowas trägt, warum in Gottes Namen fand ich neulich ne abgebrauchte Schutzmaske bei Edeka im Einkaufswagen genauso wie da laufend neuerdings Gummihandschuhe auf dem Boden rumliegen und man diese Gummihandschuhe und auch neuerdings noch seltener diese Schutzmaseken überall beim Spazierengehen in der Gegend rumfliegen findet.

Was soll so ein Schwachsinn?

Da schreien viele Ach und Weh und man soll halt, wenn es geht, an der Kasse mit Karte bezahlen, um die Kassiererin zu schützen. Ich mache das eigentlich normalerweise sowieso, nur einmal als es gerade losging, war ich an meinem Spartopf gewesen, aber danach habe ich grundsätzlich mit Karte bezahlt.

Die gleichen Leute, die rumschreien, sie haben solche Angst vorm Sterben, schreien genauso laut rum, dass ihnen mit Bargeld bezahlen ja so wichtig wäre, obwohl sie ja ne Karte haben, denn ohne die können sie doch gar kein Geld aus dem Bankautomaten rausholen.

Wieso kann man, wenn man denn so rumkrakeelt, nicht jetzt soweit wie möglich mit Karte bezahlen, kann man ja später nach der Corona-Krise wieder ändern und zur Not geht es ja auch anders.

Ich kann das ja bei Leuten nachvollziehen, die so alt sind, dass sie gar keine Bankkarte haben oder aber, die nun viel Bargeld einnehmen und für die es deswegen schwierig ist, das eben mal so in Bankgeld umzuwandeln.

Zuerst gab es in Sachsen Bußgelder, wenn man sich nicht an die Corona-Regeln hält, inzwischen in vielen anderen Ländern, auch in Schleswig-Holstein.

Ich dachte bisher, wenn eine Familie gemeinsam raus darf und eine andere Familie, die auch gemeinsam raus darf, unterwegs trifft, dass dann mal klönen wohl kein Problem wäre.

Soll aber nicht so sein .. man darf nur eine einzelne Person dazu mal näher an sich ranlassen.

Eine Bekannte sagte mir, ihr Kinderarzt hätte ihr gesagt, nein es wäre nicht zulässig, dass ihre kleine Tochter, ein Einzelkind, und sie sich nun zum Beispiel mit einer anderen Mutter mit auch Einzelkind treffen, damit die beiden Kinder mal zusammen spielen können.

Da dürfen sich sogar Ehepaare, die aus irgendwelchen Gründen nicht immer zusammenwohnen, nicht sehen. Das treibt schon ziemlich wüste Stilblüten, das alles.

Und Bußgeld, wenn nun draußen womöglich mal mehr als eine Familie, ein Paar oder eine Einzelperson mit noch einer nächsten einzelnen Person zusammenstehen sollten.

Also die meisten Menschen gehen sich ja aus dem Weg, aber immer klappt das nicht.

Wo wir zu Hause sind, leben viele Menschen, die unter Betreuung stehen oder aber die auch massive Suchtprobleme haben und laufend sturzbesoffen sind, aber halt auch kleine Kinder, die einen eben kennen und es gewohnt sind, dass die unseren Hund streicheln dürfen.

Manche machen gut mit, selbst wo ich das oft nichtmal gedacht hätte, mit dem sich im Bogen ausweichen und auf einige Meter Entfernung mal schnacken, aber nicht nah ran kommen.

Aber immer kriegt man das eben nicht hin.

Unlängst rutsche z. B. eine ältere Frau, halt auch unter Betreuung stehend, freundlich mit in unseren Fahrstuhl rein. Soll ich der nun böse sein, weil sie alles nicht so wirklich versteht, was gerade los ist.

Ein kleiner Junge liebt unseren Hund und seine Mama hat es nicht immer so im Griff, dass er angerannt kommt . .und klar kommt sie dann irgendwann dazu und nimmt ihn dann weiter mit. Sieht uns dabei die Polizei, hätten wir uns wohl strafbar gemacht. Finde ich irgendwie krass.

Neulich war hier ne Party ... eine ganze Gruppe junge Leute kam die Treppe runter, als wir gerade gerade durch die Haustür reingekommen waren. Die haben später auch lautstark gefeiert. Keiner hat sie angeschmiert, wir auch nicht. Aber grundsätzlich, würde einen da die Polizei mit zig Leuten im Hausflur antreffen, wären auch wir bei dem Haufen, der sich gerade strafbar macht.

Wir haben einen ganz netten Nachbarn, aber seine Freundin hat ein massives Alkoholproblem. Die zwei sind nur zwei, die dürfen sich treffen. Wir sind zwei und dürfen gemeinsam draußen umterwegs sein .. aber wenn die Frau einen antaumelt und obwohl man ihr zigmal sagt, bitte geh mal ein Stück zurück .. die kriegt das nicht mehr auf die Reihe . .die ist vom vielen Alkohol so weit weg vom Fenster, die schnallt nichts mehr wirklich.

Also wo das alles noch hinführt, wenn das so weitergeht, ich weiß nicht.

Ich gehe nicht davon aus, dass am 19. April dieser Wahnsinn zu Ende sein wird.

Das kann gar nicht so sein.

Diese Krankheit ist so anstreckend, die ganze Welt ist davon betroffen und unser Gesundheitssystem, das wir jahrelang sträflich runtergefahren haben, kann sich doch jetzt gar nicht binnen nur paar Tagen oder Wochen wieder erholen .. das wäre, um da was zu ändern, doch ein langer Prozess, so wie unsere Regierung in Sachen Krankenhäuser und genug Personal und so weiter geschlampt hat. Es war doch schon vorher eine Vollkatastrophe ohne so eine anstreckende Krankheit.

Was heißt lockern nach dem 19. April???

Und was passiert dann.

Auch wirtschaftlich für die vielen Menschen, die jetzt pleite gehen, zusätzlich arbeitslos werden, alle von irgendwas leben müssen?

Auch die armen alten Leute, die jetzt in die Pflegeheime abgeschoben worden sind und da nichtmal Besuch kriegen können, tun mir so leid.

Immerzu wurde den Menschen eingeredet, sich nicht mehr selbst um die Alten zu kümmern, sondern sie eiskalt abzuschieben.

Und jetzt???

Schutz soll das sein. Ich möchte nicht wissen, wie viele da jetzt schon deswegen oder sogar deswegen sterben, weil nichtmal mehr Besuch kommt.

Genug Zeit für die Pflege war doch sowieso nur durch das Personal nie da.

Das weiß jeder .. aber nun wird sowas angeblich um gerade diese Menschen zu schützen, alles totgeredet.

Das ist absurd in meinen Augen.

Tja .. reicht erstmal .. vielleicht jammer ich irgendwann an dieser Stelle mal weiter.

Erstmal war das ein Anfang zu erzählen, wie ich allmählich diese Coronazeit wahrnehme.

LG
Renate