Mittwoch, 9. Dezember 2020

Warum der Spiegel die Zigarette als Massenvernichtungswaffe bezeichnet

 Nun jeder 8. Tote in Deutschland stirbt am Rauchen oder Passivrauchen

 Harte Worte und Zahlen, da gerät man wirklich extrem ins Grübeln.

Früher wusste das niemand. Heute ist es bekannt, aber wie ich irgendwann schon einmal schrieb. Raucher sind extrem süchtig und viele packen das einfach nicht, mit dieser lebensgefährlichen Sucht, mit der sie nicht nur sich selbst, sondern jeden in ihrem Umfeld in Lebensgefahr bringen, eben mal so aufzuhören.

Ich habe nie geraucht. Aber ich war oft jahrelang als Passivraucherin Rauchern ausgesetzt. In der Familie und auch im Beruf.

Heute bin ich schwer krank, vielleicht totkrank.

Ich bin sehr unglücklich darüber.

Selbst wenn ich nicht sehr schnell und qualvoll daran sterben sollte .. ich kann froh sein, falls ich das überlebe, wenn ich danach wieder ein bisschen fitter werde als ich es jetzt bin .. und zur Zeit bin ich kaum noch beweglich und quäle mich von einem Tag zum nächsten.

Ja, das ist so .. auch wenn ich eine Kämpfernatur bin, die gern leben möchte. Es gibt Tage, wo ich denke, hätte ich das nur einfach erstmal hinter mir, weil ich nicht mehr kann.

Es gibt auch andere Tage, wo ich mir sage, ich will nicht aufgeben. Ich bin noch nichtmal 70, es wäre doch schade, nicht noch ein wenig von der Welt erleben zu können, also sollte ich mich zusammenreißen und weiterkämpfen.

 Es liegt sicher nicht nur am Passivrauchen bei mir .. aber das hat mit reingespielt, und das nicht zu knapp.

Und deshalb werde ich diesen Spiegel-Text jetzt auch hier verlinken und ein paar der besonders krassen Zitate rausziehen.

Für alle Raucher, um mal darüber nachzudenken, was sie eigentlich sich selbst, aber auch den Menschen und Tieren, die sie doch lieben, mit ihrer Sucht antun.

Quelle:

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/tabakatlas-warum-es-falsch-ist-dass-wir-uns-an-die-tabaktoten-gewoehnt-haben-a-5e54a7f8-6903-4143-96c8-a245f8c57d60?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE 

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Zigaretten sind Massenvernichtungs-Waffen

 
127.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen des Rauchens – das ist mehr als jeder achte Todesfall. Warum nur haben wir uns an diese Zahlen gewöhnt?

Es sind die alltäglichen Toten. Die Tabak-Toten.

127.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen des Rauchens. Das ist mehr als jeder achte Todesfall. So steht es im neuen Tabakatlas, den das Deutsche Krebsforschungszentrum am Dienstag veröffentlicht hat.

 

Längst nicht alle Tabakopfer haben selbst geraucht

Demnach hat das Rauchen hierzulande 2020 bislang um die 116.000 Menschenleben gefordert – rund siebenmal so viele wie die Pandemie. Schrecklich sind beide Todesursachen. Die politisch Verantwortlichen sollten ihr Möglichstes tun, sie zu vermeiden. Aber während sie das Virus entschlossen bekämpfen, tun sie kaum etwas, um die Tabakseuche einzudämmen. Obwohl das viel einfacher wäre.

 

Die Zigarette ist eine Massenvernichtungswaffe. Alle vier Sekunden stirbt rechnerisch ein Mensch auf dieser Welt an den Folgen des Tabakkonsums, das schaffen weder Alkohol noch Straßenverkehr. Und nicht alle Opfer hatten die »freie Wahl« (sofern Nikotinsüchtige wirklich eine freie Wahl haben).

1,2 Millionen Tabaktote pro Jahr sind laut Weltgesundheitsorganisation Passivraucher. Sie sterben daran, dass sie die Abgase der Anderen einatmen mussten. Das ist ein Skandal.
 
 

Doch wir haben uns an dieses millionenfache Leiden und Sterben über Jahrzehnte hinweg gewöhnt. Und tun deshalb nichts dagegen.

»Es gibt kein gutes Argument dafür, einen Stoff im legalen Verkauf zu lassen, von dem unbestritten ist, dass er weit über 100.000 Menschen im Jahr das Leben kostet«, schreibt die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig im Vorwort des Tabakatlas. »Die Lebenswirklichkeit kennen wir aber auch«, fährt sie fort. »Wer von uns würde ein solches Verbot schon gern durchsetzen wollen, bei sich selbst, der eigenen Familie und im Freundeskreis?«

 

Eine Prohibition wäre wohl nicht mehrheitsfähig, vielleicht auch überzogen. Aber der Staat würde schon viele Leben retten, wenn er das Produkt Zigarette unattraktiver machen würde.

Laut der »Tobacco Control Scale« wird die Zigarettenindustrie von keinem EU-Staat so lax reguliert wie hierzulande. Deutschland ist der Paria in der Tabakkontrolle.

Andere Länder sind Deutschland weit voraus

Nur hier dürfen die Konzerne ihre Ware noch immer auf großflächigen Plakaten im öffentlichen Raum anpreisen – obwohl wissenschaftlich erwiesen ist, dass Zigarettenwerbung Kinder und Jugendliche zum Rauchen verführt. Erst 2022 wird diese Form der Werbung endlich verboten – nach jahrelangen Verzögerungsmanövern, vor allem durch mächtige CDU-Politiker wie den Ex-Generalsekretär Volker Kauder.
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 In Australien, das als Erstes eine umfassende Anti-Tabak-Politik startete, wie auch in Großbritannien sind die Raucherquoten über die Jahre drastisch zurückgegangen. Millionen Jugendliche haben gar nicht erst angefangen.

In Deutschland hingegen diskutieren die verantwortlichen Politiker nicht einmal ernsthaft über Plain Packaging. Woran liegt es?

Vielleicht an einer weiteren deutschen Besonderheit: Selbst nach dem Ende der Plakatwerbung im übernächsten Jahr soll Sponsoring erlaubt bleiben – etwa von Parteitagen. Die lassen sich CDU und SPD noch immer von der Zigarettenlobby mitfinanzieren.

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Der ganze Text ist im Link nachzulesen.
 
LG
Renate
 

 

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