Mittwoch, 19. Februar 2020

Der Siemens-Chef zur AfD und zur Digitalisierung

Eine interessante Meinung zur heutigen Zeit



Ich stelle nur den Link hier rein, übernehme ein wenig von dem Text und dann entscheidet Ihr, ob Ihr alles lesen möchtet oder nicht.
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Berlin Siemens-Chef Joe Kaeser hat erstmals ausführlich über die Gründe für sein Engagement gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit gesprochen. Im Interview mit dem Handelsblatt begründete er dies auch mit der eigenen Familiengeschichte. 

„Mein Onkel wurde von den Nazis nach Dachau verschleppt und in Mauthausen ermordet, weil er nicht mitmachen wollte“, berichtete Kaeser. Seine Großmutter habe das nie richtig verwunden und sich ein Leben lang Vorwürfe gemacht. „Da lag immer ein Schleier von Traurigkeit über ihr. Das kann ich nicht ausblenden“.

 Bei Siemens mit mehr als 380.000 Mitarbeitern sieht Kaeser keine rechten Tendenzen. „Und wir treten entschieden dagegen ein“, sagte er und verwies auf seinen Tweet zur AfD, in dem er als Antwort auf eine fremdenfeindliche Rede der AfD-Fraktionschefin im Bundestag Alice Weidel schrieb: „Lieber Kopftuchmädchen als Bund deutscher Mädel“. „Es wäre falsch gewesen, einfach zu schweigen“, sagte Kaeser.

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 Hat die deutsche Wirtschaft sich hier etwas vorzuwerfen?
 
Nach der Machtergreifung von Adolf Hitler 1933 war es höchstwahrscheinlich zu spät, sich gegen die Nazis zu stellen, wenn man das nicht mit dem Leben bezahlen wollte. Aber davor hat es ein Zeitfenster gegeben, in dem Widerstand sicher noch möglich gewesen wäre. Meine Lehre aus der Zeit des Nationalsozialismus ist: Wir haben schon einmal zu oft geschwiegen, das darf sich nicht wiederholen.

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Siemens hat mehr als 380.000 Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Kulturen. Können Sie sicher sagen, dass es in Ihrem Unternehmen keine Fremdenfeindlichkeit oder keinen Rassismus gibt?
Ich sehe keine rechten Tendenzen bei Siemens. Und wir treten entschieden dagegen ein. Schauen Sie sich meinen Tweet zur AfD an


… als Sie als Antwort auf eine fremdenfeindliche Rede der AfD-Fraktionschefin im Bundestag Alice Weidel twitterten: „Lieber Kopftuchmädchen als Bund deutscher Mädel“.
Das war ein Tweet gegen eine Abgeordnete des Deutschen Bundestages, die in schrillen Tönen eine ausgrenzende, diffamierende und diskriminierende Rede hielt. Der Bundesadler als Synonym für Deutschland war immer im TV-Bild zu sehen. Das kann im Ausland eine fatale Wirkung haben. Man muss sich dann nicht wundern, wenn sich viele Menschen weltweit fragen: Was ist da in Deutschland los und viele ungute Erinnerung hochkommen. Deshalb habe ich mich in die Diskussion eingeschaltet. Es wäre falsch gewesen, einfach zu schweigen.

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Können Sie ein Beispiel nennen, wo die Interessen von Politik und Wirtschaft ideal zusammenpassen?
Nehmen Sie Afrika. Aus Sicht der Wirtschaft ein Kontinent mit Rohstoffen, einer unheimlich jungen Bevölkerung und letztendlich ein attraktiver Markt mit mehr als einer Milliarde Menschen. Hier finden wir aber auch gemeinsame Interessenlagen mit der Bundesregierung.

Wie sehen die aus?
Die Bundesregierung will für die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent eine Perspektive im eignen Land schaffen, um die Ursachen für Migration zu bekämpfen. Dieses politische Ziel teile ich auch uneingeschränkt, sonst werden wir diese Herausforderung nie lösen. Heißt konkret, dass Europa Perspektiven für die Menschen in ihrer Heimat schaffen muss, etwa über den Ausbau von Bildung und das Schaffen von Jobs. Eine export-orientierte Volkswirtschaft ist auch gut beraten, immer zu überlegen, was passiert, wenn sich die USA und China immer weiter separieren. Der Begriff „Decoupling“ ist mehr als nur ein Unwort.

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Wie gehen Sie mit persönlichen Angriffen um, wenn anderen Ihre Meinung nicht passt?
Es gibt schon etliche Leute, die meine Meinungen auch gerne mal falsch interpretieren um eine „Story“ zu kreieren. Vor allem in den sozialen Medien gibt es kaum Reflexion, sondern nur Schwarz-Weiß-Kritik. Das führt dann zu vielen Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen. Da kann ich schon verstehen, dass andere Manager sich das nicht antun wollen.

Kaum zu glauben, dass Sie Morddrohungen kalt lassen.
Als ich eine Morddrohung von Adolf.Hitler@nsdap.com bekommen habe, habe ich geantwortet, dass es in der Hölle wohl schon Digitalisierung gibt, weil der Teufel jetzt schon E-Mail hat. Das fand unsere Sicherheitsabteilung nicht so lustig.

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 Welcher Politiker oder welche Politikerin beeindruckt Sie am meisten?
Angela Merkel. Sie hat eine unglaubliche Geduld, kann Krisen mit Umsicht deeskalieren und sucht immer wieder den Dialog. Als es im letzten Jahr Fernsehbilder von Staatsbesuchen gab, auf denen es Frau Merkel augenscheinlich nicht so gut zu gehen schien, wurde ich weltweit von meinen Geschäftspartnern sorgenvoll gefragt: Wie geht es ihr und wird sie Kanzlerin bleiben? Überall auf der Welt.

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Welche Charaktereigenschaft schätzen Sie an Ihr?
Die Kanzlerin ist klug und redlich. Das imponiert mir. Das Schlimmste, was man wohl ihr gegenüber machen kann, ist Unaufrichtigkeit. Da bekommen Sie wirklich Stress und Verachtung ist Ihnen sicher.

Haben Sie das mal probiert?
Nein, zumindest nicht wissentlich.

Manager wie Sie verdienen mehrere Millionen Euro im Jahr, die Angela Merkel nur gut 250.000 Euro. Ist die Kanzlerin unterbezahlt?
Wichtig ist, dass sie selbst das nicht so sieht. Wenn man sich ansieht, was die Kanzlerin leistet, ist sie sicher nicht überbezahlt.

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 So .. das sind nur ab und zu ein paar Textausschnitte aus einem ellenlangen Interview.

LG
Renate

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