Dienstag, 12. November 2019

Über Obdachlosigkeit in Preetz

Im Moorweg zu landen, kann auch hier sehr schnell gehen


 Eine Statistik sagt aus, dass auch im Jahr 2018 wieder die Zahl der Obdachlosen gestiegen ist, und das sogar ziemlich viel .. es werden immer mehr, die obdachlos oder auch nur wohnungslos werden ... ganz zum Trotz, dass man immer wieder liest, es würde den Menschen in Deutschland ja laufend besser gehen ... das kann so nicht stimmen, denn solche Zahlen sprechen da eine ganz andere Sprache.
 Menschen landen nicht auf der Straße, weil es ihnen finanziell so gut geht .. das ist einfach Quatsch, denn auch wenn man schon auf viel verzichtet, weil das Geld vorn und hinten nicht reicht .. draußen erfrieren im Winter, das findet keiner mehr witzig und wird auch versuchen, seine Wohnung zu behalten, selbst wenn es das allerletzte Sozialloch ist, dass einem oft dazu noch als reiner Komfort und toll und gepflegt für einen komplett überhöhten Preis der abbruchreifen Behausung untergejubelt worden ist.
 Und der Abriss des Wohnblocks neben uns demnächst wird nicht dazu beitragen, dass wir in Preetz bald weniger Wohnungs- oder gar Obdachlose haben werden.

Gerade gestern trafen wir ein lebendes Beispiel aus der Nachbarschaft an der Bushaltestelle, die sang- und klanglos vom grünen Wohnblock neben uns offenbar im Moorweg gelandet ist. Wir hatten sie länger nicht gesehen, ja kein Wunder, kamen ins Schnacken und sie erzählte, sie wohnt jetzt auch im Moorweg.
 Damit ist sie zwar nicht direkt obdachlos, das heißt, sie schläft nicht gerade unter ner Brücke oder auf ner Parkbank und friert sich zu Tode, aber wohnungslos sind die Menschen, die im Moorweg untergekommen sind, durchaus. Das sind alles nur Notunterkünfte und viel schlechter als das, was wir noch bewohnen ... und unsere Wohnungen werden ja eiskalt ohne rot zu werden als gepflegt und Komfort und so in einer "tollen Parkanlage" angeboten .. sogar noch welche im blauen Wohnblock findet man im Internet, der ja bald abgerissen werden soll und bei uns auch als ruhige Wohngegend .. wo klar ist, wenn drüben das Haus abgerissen wird und neu gebaut, das wird laut.
Na ja ... über die neue Statistik schreibe ich bald, habe mir diese Nachricht schon verlinkt ... jetzt mal nur was, das ich so über Preetz und die Obdachlosen und Wohnungslosen hier vor Ort spontan im Internet gefunden habe.

https://www.kn-online.de/Lokales/Ploen/Er-packte-die-Tasche-und-ging

Ein paar Ausschnitte daraus .. ist ein älterer Text:
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15.06.2013

 "Eigentlich fing alles damit an, dass ich Ärger zu Hause hatte“, berichtet Julien. Er ist einer der 20 Jugendlichen, die in Preetz mal hier und mal da wohnen. Mutig berichtete er beim Runden Tisch von seinem Schicksal, vielen Stolpersteinen und genauso vielen Hindernissen auf dem Weg in ein normales Leben.

 Preetz
„Es ist gut zwei Jahre her, da hatte meine Mutter einen Freund mit dem ich nicht klar kam. Da habe ich kein Bock mehr gehabt“, erklärt der 20-jährige. Er ist erst zum Vater gezogen, aber auch dort klappt das Zusammenleben nicht besonders gut. „Dann habe ich meine Tasche gepackt und bin gegangen. Habe mal hier und mal da bei Kollegen geschlafen“, fasst Julien seinen Schritt in die Obdachlosigkeit zusammen.
Nach dem Hauptschulabschluss und einem Praktikum hatte er eine Ausbildung bei Aldi angefangen, doch die fragile Situation im sozialen Umfeld hinterlässt ihre Spuren. Nach ein paar „Polizeigeschichten“, wie Julien berichtet, war er trotz guter Leistungen bei der Arbeit, seinen Ausbildungsplatz los.
Julien schlägt sich auf eigene Faust durch, zieht zwischenzeitlich noch mal kurz bei der Mutter ein, die aber inzwischen in Kiel wohnt. Auch im zweiten Anlauf klappt es mit dem Freund der Mutter nicht. „Der hat immer Stress gemacht, hat gesagt, das ist hier kein Hotel. Also bin ich wieder gegangen“, berichtet Julien. Zusammen mit dem Streetworker will er Leistungen beim Jugendamt beantragen. Was folgt ist ein hin- und herschieben der Verantwortlichkeiten zwischen den verschiedenen Behörden. „Nach einigen Terminen in Kiel beim Jugendamt hat das Jobcenter hier in Preetz genehmigt, dass Julien sich eine Wohnung suchen kann“, erklärt Wiese, der bei allen Terminen dabei war. Als eine Wohnung gefunden war, hieß es, Julien müsse erstmal wieder nach Kiel zum Jugendamt. „Und das ganze Spiel ging wieder von vorne los. Immer wieder hin und her“, erzählt der Streetworker. Fast zwei Jahre fühlt sich niemand für Julien verantwortlich. Er schläft mal hier mal da. Bekommt kein Geld und schlägt sich so durch. „Eine Weile habe ich bei meiner Freundin gewohnt, aber die Mutter verdiente auch nicht so viel, dass sie mich immer durchfüttern konnte“, berichtet er. Selbst  mit der Anerkennung des Jugendamtes, dass er nicht mehr zu Hause wohnen kann, stehen ihm für die Warmmiete einer Wohnung nur 219 Euro zur Verfügung. Die günstigsten Wohnungen in Preetz kosten aber knapp 300 Euro. „Ich lebe gerade von nichts. Mein Vater sponsert mir manchmal Klamotten aber sonst bekomme ich nichts“, fasst Julien zusammen, der sich nichts mehr wünscht, als eine eigene Wohnung. Seit kurzem hat er ein kleines Zimmer in der Obdachlosenunterkunft im Moorweg. „Das ist so groß wie eine Knastzelle aber immerhin“, sagt der Streetworker und kann gut verstehen, dass man in dem tristen Ambiente keinen Antrieb für einen Neuanfang hat. Julien hat sich für einen Job beworben und fängt, so Rüdiger Wiese ganz unten an.
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 https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Helfer-fuer-Sprachunterricht-fuer-Fluechtlinge-in-Preetz-nach-KN-Bericht

Da geht es eigentlich mehr um Sprachunterricht für Asylbewerber, aber auch die werden zum Teil bei uns auf der Ecke und wenn da zu wenig Platz ist, eben im Obdachlosenasyl im Moorweg untergebracht.

Wieder ein paar Textausschnitte daraus:

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06.11.2014

 46 Menschen müsse die Stadt in diesem Jahr aufnehmen, insgesamt lebten hier 71 Asylbewerber, teilte er mit. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster kündige die Verteilung eine Woche vorher an. In Preetz seien derzeit nur zwei Vermieter bereit, regelmäßig Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Dies seien Schlichtwohnungen in der Weber- und der Ostlandstraße. In einigen Fällen würden die Neuankömmlinge für eine Übergangszeit in der Obdachlosenunterkunft im Moorweg untergebracht.
 „Wir haben überlegt, wie wir diesen Zeitdruck herausnehmen können“, so Schneider. Um Flüchtlinge schnell und gut unterbringen zu können, brauche Preetz eine Erstaufnahmeeinrichtung. Dort könnten sie gemeinschaftlich betreut werden und auch Ansprechpartner finden. Die Grenze von 40 Betten für eine Gemeinschaftsunterkunft müsse deshalb „nach unten“ geöffnet werden, forderte der Bürgermeister. Dann könnte auch der Schützenhof eine Lösung sein. Ein möglicher Betreiber wäre bereit, in dem Traditionsgasthof Flüchtlinge aufzunehmen und sie vor Ort auch zu betreuen (siehe Bericht unten).
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https://awl-zentrum.de/zwangsraeumung-preetz/

Übernehmen kann ich daraus nichts.

Es geht um Zwangsräumungen in Preetz, wann das unter welchen Paragraphen bei Mietrückständen und so weiter möglich ist. Also bitte selbst reinlesen.

Nach der Mietrechtsreform 2013 ist es neuerdings wohl noch einfacher, jemand rauszuklagen, so wie ich das da lese.

Man hat klar auch heute noch immer eine gewisse Zeit, irgendwas zu versuchen.

Es ist möglich, dass das Sozialamt oder Jobcenter helfen, beispielsweise Mietrückstände zu bezahlen, um die Obdachlosigkeit doch noch zu vermeiden. Offensichtlich wird das aber wohl nicht immer so gemacht.

Mit Pech wird man also obdachlos .. es steht nichts von den Obdachlosenunterkünften der Stadt Preetz im Moorweg dabei und dass die Stadt einem da helfen kann .. ist aber halt möglich .. ob immer, das weiß ich nicht.

Ich denke da auch gerade an die vielen Leute, wenn doch die Asylbewerber schon so ein Problem darstellten damals, die bald direkt neben uns aus ihren Wohnungen raus müssen, weil das Haus abgerissen wird .. und dann werden die alle bezahlbaren Wohnraum suchen, den es hier doch in dem Umfang gar nicht gibt.

http://www.gemeinde-laboe.de/s9y/index.php?/archives/1564-Hygiene-Schock-ganz-unten.html

Zur Not hilft bei drohender Obdachlosigkeit auch die Diakonie Preetz, wenn man Glück hat.

Hier ein kleiner Textausschnitt, der darauf hinweist:
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 Mit Gelegenheitsjobs für Senioren hielt er sich über Wasser, die Miete konnte er schon lange nicht mehr zahlen. Dann das Unvermeidliche: Zwangsräumung eine Woche vor Ostern. Er stand da mit einer Tasche in der einen, mit einem Sack Hundefutter für seinen Hund in der anderen Hand. „Da bin ich aufgewacht“, erzählt der Mann. Eine alte Dame schickte ihn zum Laboer Pastor Friedemannn Noffke. Der besorgte eine  Ferienwohnung, die er auch bezahlte und verwies den Obdachlosen an die Beratungsstelle der Diakonie in Preetz. Dort wurde Schmidtmann-Nicolaus klar: Du musst erst einmal wieder ins System, sonst funktioniert gar nichts. Beim zuständigen Jobcenter legte er am Gründonnerstag die  erforderlichen Unterlagen vor, stellte Anträge, erhielt Lebensmittelgutscheine und vom Ordnungsamt in Schönberg die Schlüssel für seine Notunterkunft. Die hat er bis heute nicht bezogen. Noch bis morgen kann er in der Ferienwohnung bleiben.
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 Tja ...so schnell kann man zumindest wohnungslos werden .. obdachlos ist dann noch eine Stufe tiefer und wird lebensgefährlich.

LG
Renate


Sonntag, 10. November 2019

Warum nicht Anreize statt Sanktionen?

Ein schöner Text von Zeit online zum Urteils des Bundesverfassungsgerichts bezüglich Sanktionen

Ganz meine Meinung, und Jürgen sagt das Gleiche.

Auch wenn das neue Urteil gut ist, dass man Menschen mit Sanktionen nun zumindest nicht mehr die Lebensgrundlage entziehen kann.

Warum macht dieses Land es nicht einfach mal umgekehrt und belohnt die, die sich Mühe geben, nen Job zu finden, sich weiterzubilden oder die überhaupt zumindest ein bisschen was tun, statt nur die zu bestrafen, die nicht so wirklich mitmachen?

Das wäre doch viel besser.

So würde keiner in Existenznot geraten, auch die nunmal nicht so motivierten Menschen nicht.

Aber andere, die da etwas agiler sind, hätten einen Anreiz, sich noch mehr Mühe zu geben und hätten dann auch wirklich was davon.

Ich kopiere da noch paar Sachen raus . Rest selbst lesen .. wie immer in diesem Blog.

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Bundesverfassungsgericht: Schafft endlich Anreize

Hartz-IV-Empfängern die Leistung zu kürzen, ist teilweise verfassungswidrig. Ein moderner Sozialstaat sollte die Menschen fördern und motivieren, statt sie zu bestrafen.
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5. November 2019, 11:49 Uhr
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Sanktionen gegen Langzeitarbeitslose sind teilweise verfassungswidrig. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass Leistungsempfängern maximal 30 Prozent der Unterstützung gestrichen werden darf – und nicht wie bislang in extremen Fällen auch 60 oder sogar 100 Prozent der Bezüge.
Eine richtige und wichtige Entscheidung. Der Sozialstaat darf seinen Bürgerinnen und Bürgern nicht die komplette Unterstützung für Essen, Miete und Strom streichen. Denn klar ist: Der Hartz-IV-Regelsatz ist viel mehr nicht. Auch wenn es nur sehr wenige Menschen sind, die von den Jobcentern mit solchen drastischen Leistungskürzungen sanktioniert werden, ist das ein Verstoß gegen die Menschenwürde. Sinnvoller wäre eine nach vorn gerichtete Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
Es ist ausreichend belegt, dass Druck und Zwang nicht förderlich sind, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Stattdessen ist zugewandte Beratung, Qualifizierung und vor allem Sozialarbeit nötig, um die Betroffenen vor der Dauererwerbslosigkeit zu bewahren. Davon sind wir in Deutschland aber noch weit entfernt. Arbeitslose werden immer noch in sinnlose Beschäftigungen oder Qualifizierungsmaßnahmen gesteckt. Der oftmals einzige Effekt: Die Statistik sieht am Ende schöner aus. Wer sich dagegen wehrt, dem wird im schlimmsten Fall die Zuwendung gekürzt. 
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 Es sollte vielmehr um Motivation gehen. Wie wäre es etwa, wenn Erwerbslose, die alle Termine einhalten und sich selbst um Jobs oder Weiterbildungen bemühen, mit einem Zuschuss belohnt werden? Man könnte auch für besonders engagierte Erwerbslose einen erhöhten Regelsatz einführen. Oder diesen Personen ermöglichen, das Arbeitslosengeld I länger zu beziehen. 
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 Zudem sollten die Hinzuverdienstgrenzen ausgeweitet werden, um den Anreiz zu erhöhen, eine Beschäftigung aufzunehmen. Auch könnten die Hürden für eine sinnvolle Umschuldung oder eine zweite, staatlich geförderte Berufsausbildung gesenkt werden. Denn oft wollen Hartz-IV-Empfänger eine neue Arbeit aufnehmen – aber eben eine, die ihren Interessen, ihrem Qualifikationsniveau und ihren Neigungen entspricht. Gefördert werden bisher aber nur bestimmte Umschulungen. 
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 Das Problem zu niedrigerer Löhne löst man nicht mit der Sanktionierung von Langzeitarbeitslosen, sondern mit einer Erhöhung des Mindestlohns und mehr Tarifbindung. Mit Strafen erzeugt man nur ein Gefühl von Ohnmacht und Ausgrenzung und gefährdet so den Zusammenhalt in der Gesellschaft. 
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Genauso sehe ich das auch.

LG
Renate
 
 

Typisch rechtsradikal: Ohne eigene Ideen, ohne Plan erstmal angreifen

.. und die Bereitschaft zu denken ist in dieser Bevölkerungsgruppe besonders gering



In diesem Fall möchte ich mal wieder ein paar Textausschnitte übernehmen und Euch empfehlen, den ganzen Text über den Link oben zu lesen.

Es geht darum, dass es typisch für viele rechtsradikal eingestellte Menschen ist, zwar auf ganz brutale Art und Weise besonders Politiker anzugreifen, von denen sie denken, sie würden nicht nach ihrer Nase tanzen.

Nur Ideen oder auch nur einen halbwegs konkreten Plan, was sie besser machen würden, haben die gar nicht.

Die haben Angst davor, dass sich in ihrem Leben was verändern könnte und das möchten sie nicht.

Die sind zu blöd oder zu faul zum Lesen, falls sie nicht zu blöd dazu sein sollten.

Auf jeden Fall macht es ihnen zu viel Arbeit, sich in komplizierte Sachverhalte überhaupt reinzulesen, um sie begreifen zu können.

Sie lehnen es einfach ab.

So sie nicht gelernt haben, was Sache ist, das gibt es eben dann einfach nicht, so ihre Devise.

Und wer ihre Denkweise nicht versteht und sagt, macht Euch doch erstmal schlau, Ihr Vollidioten, denn in manchen Bereichen muss sich einfach was ändern .. da kommt dann gleich, denen sollte man in die Schnauze hauen oder sie gar umbringen.

Hauptsache, für ihr Leben ändert sich nichts .. was sie ja wirklich zu glauben scheinen ohne nachvollziehen zu können, dass einfach nur brutal jedes Argument wortwörtlich mit der Faust plattzuschlagen, auch ihnen ja gar nicht weiterhelfen würde.

Aber da es noch nicht soweit ist .. weg damit. Wozu denken, losprügeln ist in deren Augen einfacher.

Na ja ... ich kopier jetzt mal paar Sachen da oben raus:
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Aktualisiert am 07. November 2019, 16:50 Uhr

 Erst der Anschlag auf AfD-Politiker Frank Magnitz, dann der Mord an CDU-Politiker Walter Lübcke, hinzu kommen Drohungen gegen unter anderem den Thüringer CDU-Politiker Mike Mohring, den Bürgermeister von Altena Andreas Hollstein und aktuell gegen die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth: Politiker werden immer häufiger zur Zielscheibe. Politikpsychologe Thomas Kliche erklärt im Interview die Hintergründe.

 Immer wieder lesen wir von Angriffen auf Politiker; Magnitz, Lübcke und Mohring stehen stellvertretend für viele Taten. Das Bundeskriminalamt hat laut ARD-Faktenfinder im vergangenen Jahr 1256 Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger gezählt, darunter 43 Gewaltdelikte. Ist der Job des Politikers heute gefährlicher als noch vor einigen Jahren?


Thomas Kliche: Ja, und diese Angriffe werden zunehmen. Der Populismus hat mit seiner Hetze gegen Politiker ein Klima erzeugt, in dem instabile Menschen sich für heldenhafte Vertreter der Mehrheit halten können, wenn sie Politiker angreifen. Die Angriffe richten sich immer mehr auf die greifbaren Leute, nicht auf die wirklich Mächtigen.
Immer häufiger werden Kommunalpolitiker angegriffen. Die leben um die Ecke, die haben keinen Nimbus und keine Leibwächter, da kann man leicht mal vorbeifahren und draufhauen. Und da ist die Wirkung am deutlichsten: Immer wieder sagen Gemeinderäte oder Bürgermeisterinnen, gerade in Ostdeutschland, dass sie von der Giftigkeit und den Pöbeleien die Nase voll haben und aufhören – also gerade da, wo man sie am schwersten gewinnen kann.


Warum stellen Politiker überhaupt ein relevantes Feindbild dar?
Die Menschen spüren: Tiefe Veränderungen stehen an, unsere ganze Art zu leben muss verändert werden. Die geht ja auf Kosten der Natur, auf Kosten anderer Völker und auf Kosten der sozial Schwächeren. Also Schluss mit Malle, SUV, Fleisch, Plastik, Illusionen.
Auf diese Verunsicherung und auf die Zumutungen von Vernunft und Bescheidenheit reagieren viele Menschen mit rabiater psychodynamischer Abwehr: Sie verkleinern oder verleugnen die Klimakatastrophe, sie untertreiben ihren Beitrag und unsere Gestaltungsspielräume, leugnen also Verantwortung, sie schieben die Lösung der technischen Entwicklung zu, oder irgendwelchen Entscheidungsträgern.
Politiker sind dann als Sündenbock außerordentlich praktisch für die Psychohygiene: Die da sind schuld, ich doch nicht, auch wenn ich denen womöglich immer Mehrheiten verschafft habe, etwa, indem ich nicht wählen gegangen bin.

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 Politische Gewalt ist immer schlimm, aber ein überwiegend rechtsextremes Erzeugnis. Wir haben uns seit 30 Jahren daran gewöhnt, dass jährlich Hunderte Menschen von Rechten angegriffen und krankenhausreif geprügelt worden sind, Einzelne auch umgebracht. Die Rechten haben also gelernt: Aha, das klappt ja.
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 Der Populismus hat in den wenigen Jahren seit 2015 das gesellschaftliche Gefühlsklima stark verschoben: Platte Feindseligkeit ohne irgendeine sonstige Lösungsidee ist als politisches Programm normal geworden.
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Ist das Resultat von Angriffen ohnehin nicht eher kontraproduktiv zur Absicht der Angreifer, wenn die Angegriffenen sich dann in der Opferrolle präsentieren können?
Gewalt geht fast immer nach hinten los. Die Rücksichtslosigkeit schädigt das Ansehen der Sache, die man vertritt. Wer sich nicht friedlich verständigen will, zersetzt die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft, das Alltagsvertrauen, die Bereitschaft zu vernünftiger Verständigung und Ehrlichkeit, auch der Ehrlichkeit zu sich selbst, die Zuversicht in eine gemeinsame Gestaltung einer guten Welt.
Krieg verroht Menschen, und das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit. Insofern ist Terrorismus enorm wirkungsvoll, aber durch seine allgemeine Zerstörungskraft, nicht durch die Förderung seiner angeblichen Ziele.
Welche Rolle spielen Social Media bei der Verrohung des Diskurses?
Das Internet ist praktisch für jede Art von Gemeinheit. Man kann sich heimlich organisieren, rasch verabreden, anonym andere beschimpfen und bedrohen, fabrikmäßig Stimmung in Kommentarspalten machen und Gewalt propagandistisch wie einen spannenden Film verbreiten, wie jüngst in Halle.
Das alles motiviert natürlich Nachahmungstäter. Vor allem aber geben viele Menschen auf, sich mit Einrichtungen auseinanderzusetzen, die von der Gesellschaft den Auftrag erhalten haben, wahrheitsfähige Aussagen zu prüfen und zu vermitteln, den Interdiskurs zu gestalten – also namentlich Medien, Wissenschaft, Politik, Recht, Bildungswesen.
... das bedeutet?
Man kann schon mit ein paar Spinnern eine große Bewegung vorspiegeln und sich gegenseitig die abgedrehtesten Wahnvorstellungen bestätigen – die Welt ist eine Scheibe, die Himmelsstreifen manipulieren uns, die deutsche Bevölkerung wird von einer Weltverschwörung umgevolkt.
Gleichzeitig sinken die Konzentrationsfähigkeit der Menschen und die Zeit, mit der Themen gesellschaftlich diskutiert werden, selbst die wichtigsten. Unsere Gesellschaft bezahlt die irrsinnige Informationsflut mit einem Verlust an Orientierung und Urteilskraft. Nur so ist die Leugnung der Klimakatastrophe überhaupt verständlich. Wir werden einen schrecklichen Preis dafür bezahlen.
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Tja ....denken wollen die gar nicht. Ist leider so.

LG
Renate
 

Der blaue Nadhbarwohnblock soll abgerissen werden !!!!!

Statt dessen soll dann da was neu gebaut werden

 Wir erfuhren es gerade beim Sonntagsspaziergang mit Pepe von einer Nachbarin aus der Breslauer Straße, die das in der Zeitung gelesen hatte, dass es wohl geplant ist, den blauen Wohnblock neben unserem abzureißen und dann da was neu zu bauen. Bisher war das bis zu uns noch gar nicht durchgedrungen, was uns doch erstaunt hat, denn vermutlich wissen die Nachbarn aus dem Wohnblock das doch .. die sollen schließlich alle ausziehen, damit der Wohnblock abgerissen werden kann.

Nun war ich erstmal suchen.
 Bei KN Online fand ich nur den Anfang eines Textes, den man nur ganz lesen kann, wenn man die Zeitung auch abonniert.

Nun das habe ich nicht vor.

https://www.kn-online.de/Lokales/Ploen/Glindskoppel-Preetz-Hochhaus-soll-Neubauten-weichen

Da steht sehr unklar, dass ein Investor den Wohnblock abreißen will und dafür 3 neue Mehrfamilienhäuser bauen und die Anzahl der Wohnungen dann mehr als bisher würde.
 Aus 33 Wohnungen in der Sudetenstraße 34 - 36 sollen dann also irgendwann 86 neue Wohnungen werden.

Das wird den Mietern der 33 Wohnungen aktuell aber kaum helfen, denn die haben erstmal ein großes Problem, nämlich irgendwo unterzukommen, und das ist nicht einfach.

Gepostet wurde das am 7.11.19 .. ist also noch nicht lange her.
 Mehr finde ich nicht und um das vollständig lesen zu können, müsste ich die KN für 2,49 Euro die Woche abonnieren.

Wir werden das sicher noch genauer erfahren.

Ob dieser Investor unser aktueller Vermieter ist, kann man daraus nicht ablesen. Wie da drei Häuser hinpassen sollen, schwer zu sagen.
Dann wird es klar noch lauter werden, wenn die erstmal anfangen zu bauen, wie es mal war, als die hier unter unserem vorherigen Vermieter "renoviert" haben .. und der Krach war damals unerträglich.

Wo, wenn das mal fertig ist, denn die neuen Mieter alle parken sollen, ist schwer zu sagen. Es ist doch jetzt schon keine Parkfläche für die aktuellen Mieter vorhanden und parken in der ganzen Umgebung ein Riesenproblem.

Also fragen uns grad ... wo sollen die alleine schon da statt einem drei Häuser hinpassen und dann dazu noch die entsprechenden Parkplätze?

Na ja ... abwarten und Tee trinken.

LG
Renate

Samstag, 9. November 2019

Angela Merkel über den Mauerfall vor 30 Jahren

Ein interessantes Interview aus dem Spiegel

Quelle: Wikipedia
Heute ist ja der Tag des Mauerfalls vor 30 Jahren.

In dem folgenden Link findet Ihr ein Interview mit Angela Merkel bei Spiegel online darüber, wie sie die Zeit vor dem Mauerfall, den Mauerfall selbst und die Zeit danach sowie die Anfeindungen gegen sich selbst ausgerechnet durch viele Ex-DDR-Bürger und den aktuellen Erfolg der AfD vor allen Dingen in ihrer alten Heimat DDR erlebt hat.

Ich werde unter dem Link ein paar Kommentare schreiben, nichts kopieren, bitte bei Interesse selbst lesen.
 Der Artikel mit diesem Interview ist vom 5.11.19.

Als die Mauer fiel, war Angela Merkel 35 Jahre alt und Ostdeutsche.

Heute ist sie 65 Jahre alt und unsere Bundeskanzlerin, und das bereits in der vierten Amtszeit und hat damit Helmut Kohl, der vier Amtsheiten Bundeskanzler war, fast eingeholt.

Als die Mauer gefallen war, begann die politische Karriere von Angela Merkel damit, dass sie zuerst  im März 1990 stellvertretende DDR-Regierungssprecherin wurde. Sie trat dann bald in die CDU ein und wurde dann nach der Wiedervereinigung auch noch 1990 Frauenministerin unter Helmut Kohl.

Noch zu DDR-Zeiten hatte Angela Merkel sich immer gewünscht, im Rentenalter einmal eine Reise nach Amerika zu machen. Da die Frauen in der Ex-DDR mit 60 in Rente gingen, wäre dieser Traum dann ohne den Mauerfall vor 5 Jahren möglich gewesen, sagte sie.

Über das, was sie in Sachen Politik nach der Wiedervereinigung erlebt hat, sagt sie, dass Fehler gemacht worden sind und dass der Dialog zwischen Ost und West hätte besser sein müssen. Sie hält nichts von einer Annäherung der CDU an Partei Die Linke und sagt über den Erfolg der AfD vor allen Dingen in den neuen Bundesländern, die Menschen wären jetzt frei, auch in der Ex-DDR, und deshalb hätten die Menschen drüben auch das Recht zu sagen, was sie denken und zu wählen, was sie möchten.

Wenn es keine Wiedervereinigung gegeben hätte, sagt Angela Merkel, wäre ihr Traum zuerst eine USA-Reise gewesen, aber auch die Bundesrepublik hätte sie sich später gern angeschaut. Sie wäre gern mit einem Auto durch die Staaten gefahren, um die Vielfalt der Landschaft und Kultur Amerikas zu erleben, nicht gerade mit einem Trabant, aber aus Autos würde sie sich eigentlich ansonsten nichts machen.

Über die Zeit vor dem Mauerfall sagt Angela Merkel, dass sie sehr viel auch einfach vergessen hätte, was früher war .. sie müsste da sehr genau drüber nachdenken, um es wieder in die Erinnerung zurückzuholen. Die vielen neuen Eindrücke nach der Wende wären so gewesen, dass es sicher nicht nur ihr alleine, sondern vielen anderen DDR-Bürgern auch so gegangen wäre, dass das viele Neue, was auf die Menschen, auch auf sie selbst, dann eingestürmt sei, viel von dem Alten einfach überschrieben hätte.

Aber sie meint auch, dass wohl jeder Mensch sich anders erinnern würde.

Angela Merkel sagt, vor dem Mauerfall war ja nicht jeden Tag immer alles schlecht in der Ex-DDR, auch wenn die Menschen dort immer eine gewisse Wachsamkeit vor dem Auge des Staates hätten an den Tag legen müssen. Aber auch sie hätten drüben Freunde und Familie und ihr Leben gehabt und seien ja auch nicht grundsätzlich unglücklich gewesen, bevor die Mauer fiel. Das wäre den Menschen im Westen so schwer zu vermitteln gewesen. Sie sagt, es gibt eben viele Menschen, die heute dazu neigen würden, die alten Zeiten in der Ex-DDR zu romantisieren.

Sie sagt aber auch, für sie selbst sei der Mauerfall ein Glücksmoment gewesen.

Sie sagt, das sei so, weil so viele Menschen vor dem Mauerfall von Freiheit geträumt hätten, einmal von der Reisefreiheit wohin auch immer, aber auch davon, ihre Meinung öffentlich ohne Angst vor Strafe sagen zu dürfen. Und das sei heute ja nach wie vor so.

Angela Merkel sagt, auch wenn es heute viele Ostdeutsche gibt, die auf dem Dorf leben, wo oft die jungen Leute alle weggezogen sind, die über den schlechten öffentlichen Nahverkehr, die schlechte ärztliche Versorgung und andere politische Unzulänglichkeiten klagen, es gibt ihnen trotzdem keiner das Recht, ihre Frustration mit Verachtung, Hass oder gar Gewalt gegenüber anderen auszuleben. Das dürfte auch nicht toleriert werden, weil es falsch sei.

Angela Merkel sagt aber auch, es wäre nicht fair, wenn Menschen mit einer westdeutschen Biografie sich die neuen Bundesländer anschauen gingen und dann sagen, es sei da heute immer noch nicht besser als in der früheren DDR, denn das sei so einfach nicht wahr.

Angela Merkel sagt dazu, dass gerade so viele Ostdeutsche von ihrer ja aus Ostdeutschland stammenden Kanzlerin so enttäuscht seien und gerade dort so viele deshalb auch die AfD wählen würden, sie würde es so sehen .. sie hätte die Aufgabe, allen Deutschen zu dienen in ihrem Amt und würde das für das ganze Volk tun, auch die Menschen, die gegen sie seien. Sie sagt, die Wende brachte den Menschen die Freiheit, und diese Freiheit bedeutet eben auch, dass sie sagen können, was sie wollen und auch wählen, wen sie wollen.

Angela Merkel erzählt, bei der Wende hatte sie mit vier Nachteilen zu tun, sie sei weiblich gewesen, protestantisch, jung und dazu noch ostdeutsch und trotzdem sei sie nun seit bereits 14 Jahren die Bundeskanzlerin von Gesamtdeutschland .. und nein es sei nicht ihre Aufgabe, sich nur um die Menschen in den neuen Bundesländern zu kümmern, sondern sie sei dafür da, sich um alle Deutschen zu kümmern in diesem Amt.

Sie meint, die Menschen aus Ost und West müssten noch viel mehr miteinander reden, um einander besser verstehen zu können, weil die Lebenserfahrungen von Westdeutschen und Ostdeutschen eben meistens sehr unterschiedlich wären.

Auf die Frage, was Angela Merkel heute anders machen würde, könnte man es tun, was würde sie heute anders machen.

Sie sagt, die Wende kam so plötzlich und alles ging so schnell und es sind damals viele Fehler gemacht worden.

Zum Beispiel seien bei den komplizierten Eigentumsverhältnissen damals viele Fehler gemacht worden, weil alles so überstürzt passierte.

Angela Merkel erzählt, es wäre schön, wenn die Menschen aus dem Westen die Leistung des Mauerfalls an sich mehr würdigen würden.

Sie erzählt, vielen Wessis wäre es schon ein zu großes Risiko gewesen, mal ein Buch in den Osten zu schmuggeln.

(Dazu meine persönliche Erfahrung: Ich kann das gut verstehen. Meine Leute in Ost-Berlin waren zum Teil bei den Zeugen Jehovas und diese Religion war damals drüben unter Strafe streng verboten. Ich habe diese Schriften sowohl für meine schon in Rente befindliche Großtante besorgt und sie hat sie reingeschmuggelt, aber wir haben auch Hefte von den Zeugen Jehovas bei unseren Besuchen in Ost-Berlin selbst mit rübergeschmuggelt . und ganz ehrlich, mit keinem guten Gefühl .. denn keiner von uns hat genau gewusst, was uns blühen würde, wenn man uns damit erwischt hätte .. wir wussten nur, die Ossis verstehen da überhaupt keinen Spaß. Wir sind nie erwischt worden. Deshalb kann ich auch keine Erfahrung außer Angst beim Rüberschmuggeln beisteuern.)

Zum Thema Meinungsfreiheit und ob die Ossis die Freiheit hier falsch eingeschätzt hätten, sagt Angela Merkel. Natürlich hätten sie drüben nicht gelernt, ihre Kinder zur Freiheit zu erziehen und es würde auch heute noch immer viel Nachholbedarf gegenüber den Menschen aus dem Westen geben. Trotzdem wäre es nicht richtig, daraus für die Ossis nun gleich ein Widerspruchsverbot zu machen. Sie wären jetzt frei und dürften widersprechen, denn genau das sei die Freiheit, die sie sich doch drüben gewünscht hätten.

Sie sagt, selbst das, was wir heute Shitstorm nennen, müsste man eben unter dem Aspekt der Meinungsfreiheit aushalten.

Nun kommt, warum die CDU in Thüringen nicht mit den Linken zusammenarbeiten will. Angela Merkel sagt, auch wenn Bodo Ramelow aus dem Westen ist, er ist nunmal heute Parteimitglied der Linken und die Linke hätte bis heute die Aufarbeitung der DDR-Geschichte nicht geschafft, und genau das sei das Problem. Und es würde nicht mit der Einstellung der CDU zusammenpassen.

Angela Merkel sagt, natürlich würden sie trotzdem mit den Linken reden, aber bisher wüssten sie ja nichtmal, ob die Linken in Thüringen überhaupt wegen einer Koalititon mit der CDU reden wollen.

Dass es heute noch immer so einen großen Unterschied zwischen Spitzenpositionen bei Ost und West gibt, ja das sei nicht gut, sagt Angela Merkel, aber an ihrem eigenen Beispiel sagt sie, sieht man auch, es ist möglich und die Menschen von drüben müssten dann auch wirklich an ihrer Karriere arbeiten .. sie nennt das ein bisschen laut sein, um Karriere zu machen, sei so wichtig, was viele von drüben noch nicht so gut könnten.

LG
Renate



Freitag, 8. November 2019

Eine Ausländerbeauftragte über den immer schon vorhandenen Rassismus in der Ex-DDR

Ein interessanter Bericht und auch Erklärungsversuch, warum das so ist



Ich finde diesen Text sehr interessant.

Die Pfarrerin Almut Berger erzählt etwas aus der Vergangenheit und ihre Arbeit als Ausländerbeauftragte in Ost-Berlin zur Zeit der Wende und meint, der Rassismus war damals schon nicht besser als heute in der DDR.

Warum das so war und immer noch ist, auch darüber macht sie sich in diesem Interview Gedanken.

Sie erzählt, es gab schon vor der Wende nicht viele Ausländer drüben. Trotzdem wurden Schwarze oder Vietnamesen oft verspottet und ausgegrenzt.

Nach der Wende machte sich drüben ein Recht des Stärkeren breit und es kam immer wieder zu fürchterlichen Gewalttaten wie beispielsweise in Rostock, Hoyerswerda oder Guben.

Almut Berger gehört zu den Grünen und hat schon früher immer wieder auf die Ausländerfeindlichkeit in der Ex-DDR aufmerksam gemacht. Nervensäge wurde sie deshalb immer wieder genannt.

Sie war die Erste, die schon früh in Brandenburg, wo sie zu Hause war, für ein Landesprogramm gegen Ausländerhass sorgte.

Es gab vereinzelt ausländische Arbeiter schon zu DDR-Zeiten. Die wurden vom SED-Regime aber ganz bewusst von der Bevölkerung isoliert.

Almut Berger sagt, es gab gar nicht so selten Gewalttaten gegen Ausländer, aber das wurde über die Stasi vertuscht und die Öffentlichkeit erfuhr davon deshalb nichts.

Sie erzählt, nach der Wende wurde es richtig schlimm.

Man durfte anders als im SED-Regime ja nun sagen, was man dachte. Dazu kam der wirtschaftliche Umschwung, Menschen konnten arbeitslos werden.

Es ist damals nach ihrer Erfahrung oft passiert, dass Firmenchefs mit dem Tod bedroht wurden, die Deutsche statt der ausländischen Vertragsarbeiter entlassen wollten und dergleichen.

Sie sagt, heute ist es nicht besser.

Wer versucht, Argumente gegen den Rassismus in der Ex-DDR auf den Tisch zu bringen, wird von der Masse brutal niedergebrüllt.

Das war schon kurz nach der Wende so, das ist auch so geblieben.

Sie erzählt, nach der Wende kamen zwei Dinge zusammen.

Ausländer waren plötzlich dabei, sie wurden nicht mehr wie in der DDR die ausländischen Vertragsarbeiter von der Bevölkerung abgeschottet .. und dann kam die Arbeitslosigkeit dazu und damit entstand beides vermehrt. Einmal hatten die DDR-Bürger keine Erfahrung mit Menschen, die anders sind als sie selbst .. aber sie hatten auch Angst um ihren sozialen Status und lehnten auch deshalb die Ausländer als Konkurrenten krass ab.

Auch wenn Almut Berger meint, dass man natürlich auch Verständnis für die Probleme der Menschen in der Ex-DDR haben muss ... es geht nicht, deshalb Rassismus zu akzeptieren, man muss das abgrenzen und Rassismus klar ablehnen.

Almut Berger sieht das größte Problem bei den Bürgern in den neuen Bundesländern, dass sie immer noch danach rufen, der Staat soll alles richten. Dass Politik von den Menschen und nicht von irgendwem da oben gemacht wird, also ihnen selbst, hätten die Menschen in der Ex-DDR immer noch nicht verstanden und müssten das endlich mal lernen.

Sie schimpfen auf die da oben ohne zu begreifen, dass sie die da oben erstens in demokratischen Wahlen selbst gewählt haben, bei der nächsten Wahl auch was dran ändern könnten, indem sie anders wählen und die da oben auch nur Menschen aus ihrer Mitte sind.

Das ist drüben noch immer nicht drin in den Köpfen.

LG
Renate

Dienstag, 5. November 2019

Sanktionen-Urteil in der Tagesschau .. mit einem Interview mit Hubertus Heil dazu

Ich verlinke das einfach mal so:


Noch ein paar weitere Infos und vor allen Dingen eine Reaktion von Hubertus Heil darauf.

Klar muss das alles nun erstmal in Ruhe besprochen werden, wie genau es verbessert werden kann, aber ist schön, dass es eben wirklich verbessert werden wird.


LG
Renate